EU-Wohnraumkrise – Wohnen bezahlbar und nachhaltig

Joël Schons, LU
Joël Schons,
LU
Chairman "Housing" Working Group

Brief description and main aims:

Die EU leidet unter einer stark ausgeprägten Wohnraumkrise. Die Immobilienpreise und Mieten sind in den letzten zehn Jahren gestiegen, wobei sich dieser Trend während der Pandemie deutlich beschleunigt hat. Der Mietmarkt ist in vielen Mitgliedstaaten nicht ausreichend entwickelt, wobei der beobachtete Anstieg der Immobilienpreise auf mehrere Faktoren zurückzuführen ist, darunter Schwierigkeiten des Wohnungsmarktes, auf die starke Nachfrage zu reagieren. Erhebungen zeigen einen Rückgang um 2,6 % (2023) bei Neubauten und Renovierungen, und es wurde ein weiterer Rückgang um 5,7 % (2024) erwartet. Besonders in städtischen Gebieten, in denen ¾ der EU-Bevölkerung leben, sind die Herausforderungen akut.

Obwohl die Wohnungspolitik in die Zuständigkeit der Mitgliedstaaten fällt, plant die Europäische Kommission, sich für die Förderung von Wohnraum und die Deckung des Bedarfes einzusetzen.

 

Why FIEC is dealing with this topic:

In einem FIEC-Positionspapier vom Dezember 2024 wird betont, dass die Wohnraumpolitik weiterhin in die Zuständigkeit der Mitgliedstaaten fällt. Trotzdem ist ein koordiniertes Handeln in der EU dringend erforderlich, um den Mangel an bezahlbarem und nachhaltigem Wohnraum zu beheben. Insbesondere sollte die Möglichkeit einer Überprüfung von EU-Vorschriften, Förder-programmen und Politiken, die sich auf die nationalen Wohnungsmärkte auswirken, stärker in Betracht gezogen werden. So sollen Vereinfachungen, straffe Verfahren, fairer Wettbewerb und Wirtschaftswachstum zum Nutzen aller gefördert werden.

FIEC konzentriert sich dabei besonders auf die Angebotsseite, speziell darauf, wie der Bau von bezahlbarem und die Renovierung bestehenden Wohnraums nach neuen Standards gefördert werden können. Dies ist eine vielschichtige Herausforderung, die mit Baumaterialien und Baukosten, Arbeitskräftemangel, Vorgaben für Flächennutzungs- und Genehmigungsverfahren, der Produktivität des Sektors, Digitalisierung, der Rolle des Fertigbaus, mit Kredit- und Finanzierungsaspekten und vielem mehr zusammenhängt. Der Bauwirtschaft kommt eine Schlüsselrolle bei der Förderung maßgeschneiderter Lösungen zur Bewältigung der Krise zu.

 

Actions and key dates

September 2024

Ursula von der Leyen ernennt den Dänen Dan Jørgensen zum EU-Kommissar für Energie und Wohnungswesen. In seinem Auftragsschreiben kündigt er die Einführung eines europäischen Plans für bezahlbaren Wohnraum an.

November 2024

 FIEC richtet eine neue Arbeitsgruppe „Wohnungswesen“ ein, deren Vorsitz später Joël Schons (LU) übernimmt.

16.12.2024

FIEC-Positionspapier mit dem Titel „Auf dem Weg zu einem neuen europäischen Plan für bezahlbaren Wohnraum“ veröffentlicht.

Januar 2025

Das Europäische Parlament richtet einen Sonderausschuss zur Wohnungs-krise in der EU (HOUS) unter dem Vorsitz der Abgeordneten Irene Tinagli (S&D-IT) ein.

Februar 2025

Die Europäische Kommission richtet eine Taskforce für bezahlbaren und nachhaltigen Wohnraum unter dem Vorsitz von Mathew Baldwin (Direktor, DG ENER) ein.

05.03.2025

Die Europäische Investitionsbank und die Europäische Kommission starten eine paneuropäische Investitionsplattform für bezahlbaren und nachhaltigen Wohnraum.

Dezember 2024 bis Oktober 2025

FIEC trifft sich mit wichtigen Interessengruppen in der Europäischen Kommission und im Europäischen Parlament, in der Europäischen Investitionsbank und im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und nimmt an mehreren relevanten Sitzungen, Konferenzen und Anhörungen zu diesem Thema teil.

15.09.2025

Der Parlamentsausschuss HOUS veröffentlicht einen Berichtsentwurf.

18.09.2025

FIEC-Konsultationsantwort zur europäischen Strategie für den Wohnungsbau.

Dezember 2025

Veröffentlichung des Europäischen Plans für bezahlbaren Wohnraum, einschließlich einer Strategie für den Wohnungsbau, angekündigt.